Beispiele für den BIP- und BIP pro Kopf-Index
BIP-Index
Schulden Nazideutschlands im bilateralen Handelsverkehr („Clearing“) mit der Schweiz
Die Schulden Nazideutschlands beliefen sich 1946 auf 1'119 Millionen Franken (Meier 2005). Der BIP-Index ist in diesem Fall als Vergleichswert am besten geeignet, da die «Clearingmilliarde» Leistungen der gesamten schweizerischen Volkswirtschaft umfasst. Die Berechnung mit dem BIP-Index ergibt verglichen auf das Jahr 2009 34,8 Milliarden Franken. Gemessen am BIP des Jahres 1946 von 4,21 Milliarden erreichte die «Clearingmilliarde» einen Anteil von 28%.
BIP pro Kopf-Index
Finanzausgleich 1913-1959
«Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Umfang des Finanzausgleichs enorm zugenommen. Hatten 1913 die gesamten Finanzausgleichszahlungen noch rund 25 Millionen Franken betragen, so waren sie bis 1959 auf weit über 500 Millionen Franken angewachsen», ist in der Botschaft an die eidgenössischen Räte 1959 zu lesen. Franken von 1913 sind jedoch nicht einfach mit solchen von 1959 zu vergleichen. Da bei der Bemessung des Finanzausgleichs die Grösse der Bevölkerung eine Rolle spielt (Fivaz 2008), ist der BIP-p-K-Index am ehesten angemessen. Dieser nahm von 1913 bis 1959 von 1,4 auf 4,9 Milliarden Franken von 2009 zu, also um das Dreieinhalbfache und nicht um das Zwanzigfache, wie dies die nominellen Werte vorgaukeln.
Historischer Lohnindex oder BIP pro Kopf-Index?
Staatsschulden des Kantons St. Gallen
Die Staatsschulden des Kantons St. Gallen betrugen 1819 „über 500'000 Gulden“ (Sankt-Galler Geschichte 2003: Bd. 5). Die Anwendung des Historischen Lohnindexes (HLI) führt auf 87,2 Millionen Franken von 2009. Wird von der Voraussetzung ausgegangen, dass sich das BIP pro Kopf in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht verändert hat, kann der BIP-p-K-Index für 1851 eingesetzt werden, was auf 124 Millionen Franken von 2009 führt. Beide Berechnungen lassen sich vertreten.
