Indizes
Welcher Index die besten Ergebnisse liefert, hängt von der Natur der Geldwerte ab, die verglichen werden sollen. Es können auch mehrere Indizes gewählt werden, um einen Vergleich zwischen den Resultaten herzustellen. Je nach gewähltem Index können sich die Ergebnisse um mehrere 100 Prozent unterscheiden. Je länger der Vergleichszeitraum, desto stärker variiert die Umrechnung der Geldwerte bei Verwendung der verschiedenen Indikatoren. Sofern Vergleiche eines weit zurückliegenden Ausgangsjahres mit der Gegenwart angestrebt werden, führt die Wahl des Konsumentenpreisindex (KPI) zu den kleinsten, jene der Bruttoinlandsprodukt-(BIP)-Indikatoren zu den grössten Geldwerten im Zieljahr, während die Geldwerte für den Historischen Lohnindex (HLI) dazwischenliegen.
Für den Vergleich von Warenpreisen, die in privaten Haushalten genutzt werden, ist der KPI am besten geeignet. So können zum Beispiel Güter und Dienstleistungen des Grundbedarfs wie Brot oder Schuhe verglichen werden.
Überall, wo Lohnkosten, Einkommen oder Vergmögen im Vordergrund stehen, eignet sich generell der Historische Lohnindex zur Berechnung. Dies ist beispielweise bei Dienstleistungen, Bauten und Infrastruktur der Fall. Da der Lohnindex zeitübergreifende Kaufkraftvergleiche ermöglicht, können auch Konsumgüter mittels des HLI umgerechnet werden, um abzuschätzen, wie viel diese im Verhältnis zum Lohnniveau im Zieljahr kosten würden.
Wenn man den „Wert“ von volkswirtschaftlichen Grössen wie Staatsausgaben und -einnahmen, Aussenhandelszahlen, Gesundheitskosten etc., sowie von Grossprojekten wie Eisenbahntunnels oder Autobahnen über die Zeit vergleichen will, dann drängt sich der Index des BIP auf. Hier interessiert nicht so sehr die absolute Zahl, sondern der Anteil, der ein Betrag im Verhältnis zur Gesamtproduktion sowohl im Ausgangs- wie im Zieljahr ausmacht.
Der Index des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf ist, ähnlich wie der Lohnindex, auch für Zahlen über Einkommen und Vermögen geeignet. Da das BIP pro Kopf neben Lohneinkommen auch anderes Einkommen (etwa aus Zinsen, Dividenden oder Mieten etc.) miteinbezieht, ist dieser Index breiter, allerdings nicht vorbehaltslos besser.
