Bruttoinlandsprodukt pro Kopf

Definition

Dieser Index entspricht der volkswirtschaftlichen Gesamtproduktion pro Person und wird deshalb oft auch als Indikator der durchschnittlichen Produktivität oder des durchschnittlichen Einkommens interpretiert. Das Bruttoinlandsprodukt BIP verändert sich unter dem Einfluss der Inflation und des Wirtschaftswachstums, wobei in letzteres auch das Bevölkerungswachstum einfliesst. Dieser Effekt wurde durch die Berechnung von Pro-Kopf-Werten umgangen.

Probleme

Die Zahlen für die Schweiz vor 1983 basieren lediglich auf Schätzungen. Ausserdem geht nur ein Teil des gesamten BIP direkt an Personen.

Anwendung

Das Bruttoinalndsprodukt pro Kopf (BIP-p-K) ist ähnlich wie der Historische Lohnindex (HLI) für Zahlen bezüglich Einkommen und Vermögen geeignet. Da sich die Nominallöhne in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kaum veränderten, lässt sich die Hochrechnung von Geldsummen aus diesem Zeitraum mit dem BIP-p-K-Index vertreten. Das BIP-p-K bezieht neben Lohneinkommen auch anderes Einkommen (etwa aus Zinsen, Dividenden oder Mieten etc.) ein und ist deswegen sogar breiter als der HLI.

Konstruktion

Das BIP pro Kopf ergibt sich aus dem BIP geteilt durch die Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner.

Verlauf

Der BIP-p-K-Index vervierfacht sich zwischen 1851 und 1914.

Vergleich zwischen HLI, KPI, BIP und BIP pro Kopf-Index 1800-1914.
Vergleich zwischen HLI, KPI, BIP und BIP pro Kopf-Index 1800-1914.

Zwischen 1914 und 2008 stieg der BIP-p-K-Index um den Faktor 60, wobei sich der Anstieg nach 1997 stark beschleunigte.

Vergleich zwischen HLI, KPI, BIP und BIP pro Kopf-Index 1915-2008.
Vergleich zwischen HLI, KPI, BIP und BIP pro Kopf-Index 1915-2008.