Glossar zu zentralen Begriffen

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das Bruttoinlandsprodukt ist ein Indikator der Wirtschaftstätigkeit, mit dem die wirtschaftlichen Entwicklungsstufen der einzelnen Länder gemessen und verglichen werden können. Das BIP wird zu laufenden Preisen sowie zu Preisen des Vorjahres berechnet. So kann die Wirtschaftsentwicklung frei von Preiseinflüssen dargestellt werden.

BIP pro Kopf

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist der Wert des BIP geteilt durch die Einwohnerzahl eines Landes.

Deflation

Bei der Deflation handelt es sich um einen allgemeinen und anhaltenden Preisrückgang bzw. Erhöhung des Geldwerts. Deflation geht in der Regel mit einem Produktionsrückgang einher.

Deflator

Dieser Begriff ist vor allem für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) relevant, da es ein Indikator und kein Index an sich ist. Wenn das BIP über die Zeit mit einem Basisjahr (hier 100 = 2000) gemessen wird, handelt es sich um einen Deflator. Dieser ist als Preisindex eine besondere Form eines Indizes. Alle Deflatoren sind demnach Indizes, aber nicht alles Indizes sind Deflatoren.

Feingewicht

Das Feingewicht bezeichnet die in der Münze enthaltene Gold- oder Silbermenge, wonach der jeweilige Münzwert bestimmt wurde. 

Grobe Sorte

Grobe Sorten waren nicht mit einem festen Tauschverhältnis an die kleinen Sorten/die Währung gebunden und in ihrem Wert stabiler, da ihr Feingewicht weniger schnell abgenutzt wurde. Zudem genossen sie im Gegensatz zu den kleinen Sorten volle Liquidität. 

Historischer Lohnindex (HLI)

Historischer Lohnindex

Historischer Konsumentenpreisindex (HKPI)

Historischer Konsumentenpreisindex

Index

Ein Index besteht aus der Berechnung von mehreren anderen Indikatoren. Dadurch können komplexere Sachverhalte analysiert werten. Hierbei ist wichtig anzumerken, dass der Begriff «Index» oft ausserhalb seiner theoretischen Bedeutung Gebrauch findet. So ist der bekannte Big-Mac-Index kein Index im eigentlichen Sinne. Er misst lediglich den Preis für ein Produkt im Verlauf der Zeit und in unterschiedichen Ländern. Der Konsumentenpreisindex hingegen ist ein Index auch in seiner theoretischen Begründung. Beide Indizes messen die Kaufkraft eines Landes, doch im KPI werden mehrere Produkte gemessen und dann zusammengerechnet.

Indikator

Bei einem Indikator handelt es sich um eine bestimmte Grösse oder Entwicklung, wie z.B. beim Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Inflation

Die Inflation ist ein allgemeiner und kontinuierlicher Preisanstieg, oder anders ausgedrückt anhaltender Geldwertverlust. 

Kleine Sorte

Kleine Sorten wurden Silberkupfer- und Kupfersilbermünzen genannt, die in ihrem Feingewicht schwankten. Sie waren Einheiten von Rechnungsmünzen und hatten nur begrenzte Liquidität. Zudem konnten sie in kleine Münzen, genannt Handmünzen und kleine Scheidemünzen, unterteilt werden, deren Liquidität noch geringer war. Währungen waren jeweils an kleine Sorten gebunden.

Konsumentenpreisindex (KPI)

Konsumentenpreisindex

Kurs/Kurswerte

Bei diesen Begriffen handelt es sich im historischen Sinn – im Gegensatz zum heutigen Sinne – nicht um einen Wechselkurse. Früher ging es vielmehr um ein festgelegtes Tauschverhältnis für Gold- und Silbermünzen in regionale Münzen, also von groben Silber- und Goldsorten in kleine Sorten. Die Kurse waren nicht konstant und wurden von Änderungen im Feingewicht der Münzen sowie vom Verhältnis zwischen Gold und Silber beeinflusst.

Laspeyres-Index

Der Laspeyres-Index ist ein Preisindex, welcher die Veränderung des Preisniveaus angibt. Zur Berechnung des Laspeyres-Index werden die Preise des aktuellen Jahres mit den Preisen des Basisjahres anhand der Menge des Warenkorbes der Basisperiode verglichen.

Landesindex der Konsumentenpreise (LIK)

Der Landesindex misst die Teuerung der Konsumgüter in der Schweiz. Der LIK zeigt, um wie viel die Konsumgüter gegenüber dem Vormonat, dem Vorjahr oder jedem anderen früheren Zeitpunkt teurer geworden sind. Er ist einer der wichtigsten und am häufigsten angewandten Wirtschaftsindikatoren und wird als allgemein anerkannte Orientierungshilfe in Politik und Wirtschaft herangezogen.

Nennwert

Der Nennwert bezeichnet das Wechselverhältnis zwischen kleinen Sorten innerhalb der gleichen Währung. Der Nennwert zeichnete sich dadurch aus, dass er über Jahrhunderte unverändert blieb.

Parität/Paritätswert

Die Parität beschreibt das Tauschverhältnis zwischen zwei Währungen in ihren «realen» oder «idealen» Einheiten. Sie konnte direkt aus dem Vergleich des Feingewichts der kleinen Sorten berechnet werden. Eine indirekte Möglichkeit zur Bestimmung bestand im Vergleich der Kurswerte der einzelnen Währungen gegenüber den groben Sorten.

Proportion/proportionaler Wert

Der proportionale Wert meint das Wechselverhältnis zwischen groben Sorten. Er galt für das Verhältnis zwischen Silber und Silber, Gold und Gold sowie Silber und Gold. Aufgrund dessen wurde er zusätzlich von der Tauschrate der Edelmetalle Gold und Silber beeinflusst.

Verschiedene Wechselverhältnisse
Übersicht über die verschiedenen Wechselverhältnisse zwischen groben und kleinen Sorten.

Realwert

Im Unterschied zum Sachwert verglich der Realwert das in der Münze enthaltene Edelmetall mit der Gütermenge, die mit dieser Münze gekauft werden konnte. Bei einem Anstieg von Gütern ohne Anstieg von Edelmetall in Münzstätten stieg somit der Realwert der Münze, bei einem Anstieg an Edelmetall ohne Anstieg von Gütern sank er. 

Sachwert

Der Sachwert bezeichnete das Tauschverhältnis zwischen dem in der Münze enthaltenen Edelmetall und der Menge Edelmetall, die mit dieser Münze kaufbar war. Grundsätzlich galt: Je kleiner die Sorte, desto tiefer ihr Sachwert. 

Sorte

Bei einer Sorte handelt es sich um eine Gruppe von wertgleichen Münzindividuen, bestimmt durch Feingewicht und Form. Die Herkunft der Münzindividuen spielte keine grosse Rolle. 

Währung

Eine Währung bezeichnet im historischen Sinne ein Geldrechnungssystem aus konstanten Relationen aufgeführter Einheiten, gebunden an die kleinen Sorten. Grundsätzlich wurden nicht alle Stücke, die eine Währung aufwiesen, tatsächlich gemünzt. 

  • Rechnungsmünzen/ideale Münzen: Diese Münzen existierten als immaterielle Einheiten einer Landeswährung. Beispiele dafür sind Taler oder Kronen. Solche Münzen wurden also nicht tatsächlich gemünzt, sondern dienten der Darstellung von sehr hohen Geldbeträgen. 
  • Reale Münzen: Die realen Münzen existierten nicht nur auf Papier, sondern wurden auch gemünzt. Sie standen in einem festen Tauschverhältniszu den Rechnungsmünzen und waren üblicherweise kleine Sorten. 

Wechselwert

Der Wechselwert bezeichnete das Tauschverhältnis zwischen zwei Münzen. Nur Münzen mit dem gleichen Feingewicht konnten 1:1 umgetauscht werden. Für den Wechsel von allen anderen Münzen gab es je nachdem einen davon abweichenden Wert.